Der „Powerman“ macht den Duathlon in Alsdorf international

Sport-Großereignis wird Teil der Weltserie – 2018 wieder Deutsche Meisterschaften, 2019 Umstieg auf Mitteldistanz

Renndirektor Patrick Thevis hat allen Grund zur Freude. Und er macht keinen Hehl daraus, das auch zu zeigen. „Wir haben es geschafft“, sagt er, und der Zuhörer merkt schnell: Am liebsten würde er schon heute statt morgen den nächsten Duathlon in Alsdorf freigeben. Das Datum fürs Event im kommenden Jahr steht schon fest: der 29. April. Und auch der grobe Rahmen ist geklärt – mit einer faustdicken Überraschung.

Nicht nur, dass erneut die Deutschen Meisterschaften über die Kurzdistanz in Alsdorf stattfinden werden. Aus dem „Dachser Duathlon“ wird schon im kommenden Jahr zudem der „Powerman Alsdorf“. Powerman – das ist in der Sportlerszene jedem Duathleten ein Begriff. „Damit kann jeder etwas anfangen“, berichtet Thevis mit leuchtenden Augen. „Powerman ist die größte Duathlon-Marke der Welt.“ Die Rennserie, zu der Alsdorf demnächst gehören wird, sei vergleichbar mit der ATP-Tour im Tennis.

Da das Rennen der einzige Termin in Deutschland sein wird, ist der Alsdorfer Duathlon auch gleichzeitig der „Powerman Germany“. Daneben gehen die Sportler unter anderem in Florida, auf Mallorca, im thailändischen Bangkok und in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, an den Start. Insgesamt stehen rund 20 Rennen auf dem Jahreskalender, bei denen Weltranglistenpunkte gesammelt werden. Am Ende der Saison steigt in der Schweiz die Weltmeisterschaft.

Patrick Thevis erzählt davon, wie er sich nach dem diesjährigen Duathlon in Alsdorf hingesetzt und darüber nachgedacht habe, wie der weitere Weg der Veranstaltung aussehen könne. Zweimal in Folge hatte der Marathon Club Eschweiler, dem Thevis angehört, da auch die Deutschen Meisterschaften über die Kurzdistanz ausgerichtet, ein einmaliger Vorgang in der deutschen Duathlon-Geschichte.

„Wir wollen aber nicht nur der wichtigste Duathlon in Deutschland sein, sondern ein international hochwertiges Rennen abliefern. Und da wurde mir klar: Das einzige, was noch übrig bleibt, ist der Powerman“, berichtet Thevis. „Ich würde mir wünschen, dass einmal alle sagen: Der Powerman in Alsdorf, da wollen wir hin.“ Es müsse für den jeden Athleten reizvoll sein, dort zu starten. John Raadschelders, Präsident der International Powerman Association (IPA), pflichtet ihm bei: „Es geht darum, in Alsdorf einen Klassiker zu schaffen“, sagt der Niederländer.

Patrick Thevis ging auf John Raadschelders zu, und schnell fanden die beiden eine gemeinsame Basis, so dass ab dem kommenden Jahr auch internationale Athleten in Alsdorf an den Start gehen werden. Die besten kommen übrigens unter anderem aus Belgien, Frankreich und der Schweiz. „Europa ist traditionell sehr stark“, berichtet Raadschelders. Auch in Alsdorf wird es Weltranglistenpunkte zu erringen. Alle Starter im Elitefeld haben außerdem Chancen auf die Preisgelder.

Für die besten sogenannten Age-Grouper, die in den einzelnen Altersklassen an den Start gehen, gibt es zudem die Möglichkeit auf einen Startplätze bei der WM in der Schweiz. Für die jeweils ersten drei Gewinner in jeder Klasse wird ein Platz reserviert und eine Vergünstigung beim Startgeld gewährt. 75 Plätze werden insgesamt in Alsdorf vergeben.

2018 wird der Powerman Alsdorf mit einer Sonderstellung ausgetragen. Dann findet das Rennen noch einmal über die Kurzdistanz statt, so wie es beim Dachser Duathlon bisher auch immer der Fall war. Da bei den Powerman-Veranstaltungen in der Regel aber die Mitteldistanz auf dem Plan steht, wird es ab 2019 in Alsdorf einen Wechsel dahin geben. Dann soll es auch einen neuen, verlängerten Streckenverlauf für die Radfahrer geben. Eine andere Modifikation gibt es bereits 2018. Dann soll ein scharfer Wendepunkt für die Radler wegfallen.

Dass auch die Deutschen Meisterschaften über die Kurzdistanz im kommenden Jahr erneut in Alsdorf stattfinden, dann als Wertung im Rahmen des Powerman, betrachtet Patrick Thevis als Bestätigung für die Leistungen der Organisatoren in den vergangenen Jahren. „Mehr Lorbeeren braucht es nicht“, sagt der Alsdorfer Duathlon-Chef zu Recht stolz. Aber damit nicht genug: „Wir haben zusammen sehr viel Energie. Ich bin mir sicher, dass wir in Alsdorf gemeinsam noch mehr Höchstleistungen für die Sportler bringen können“, sagt John Raadschelders.

Auch für den Breitensportler wollen die Macher des Powerman Alsdorf interessant sein: „Wir möchten die Menschen motivieren, Sport zu machen. So einfach ist das“, sagt Raadschelders. Thevis hat auch den Vereinssport im Hinterkopf: „Es ist doch schön, wenn wir jemanden für den Duathlon-Sport begeistern und ihn dann im Club besser und schneller machen können.“ 2019 soll dann auch ein „Powerman Kids“-Lauf für Kinder ab sechs Jahren stattfinden, um diesen frühzeitig den Sport näherzubringen. Denn eines ist klar: Jeder, egal wie erfolgreich er ist, hat einmal als Breitensportler angefangen“, sagt Thevis.

Schon 2018 wird es außerdem den „Powerman Youth“ für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geben, die sich auf drei Strecken auf internationaler Ebene messen können, „eine schöne Herausforderung“, wie Thevis findet. „Dadurch wird der Powerman Alsdorf zum Europa-Cup im Nachwuchsbereich.“ Darüber hinaus in Planung: eine Team-Rallye, bei der Mitarbeiter aus Firmen sich die zu bewältigende Strecke untereinander aufteilen.

Seit Juni laufen die Gespräche für den neuen Duathlon in Alsdorf – auch mit der Stadtverwaltung. Bürgermeister Alfred Sonders freut sich schon aufs nächste große Sportereignis in der Stadt. „Wir haben den Anspruch, ein sehr gutes Event auf die Beine zu stellen mit einer gut funktionierenden Mannschaft, die Hand in Hand geht.“

Der Bürgermeister hofft auch auf weitere finanzielle Unterstützung von Unternehmen aus der Region für den Veranstalter. „Ich bin sehr optimistisch, dass Firmen Flagge zeigen werden“, sagt Sonders. Die bisherigen Sponsoren bleiben alle mit im Boot, allen voran der Logistiker Dachser, der ab dem kommenden Jahr zugunsten der Umbenennung auf die Namensgebung des Duathlons verzichtet. „Gemeinsam mit dem Marathon Club Eschweiler folgen wir den weiteren Entwicklungen als Hauptsponsor und sehen darin auch den Erfolg der jahrelangen Zusammenarbeit“, sagt der Dachser-Niederlassungsleiter in Alsdorf, Karl-Heinz Bremen. „Hier können wir vor Ort unser gesellschaftliches Engagement noch besser einbringen und die positive Entwicklung der Stadt Alsdorf unterstützen und fördern.“

Sobald die genauen Abläufe bekannt seien, gehe es mit Überlegungen los, was in der Stadt ums Duathlon-Großereignis herum geplant werden könne, erklärt Sonders mit Blick auf ein mögliches Unterhaltungsprogramm und verlängerte Öffnungszeiten des Einzelhandels am Samstag vor dem Rennen. Nicht zuletzt hoffe er, mit einem solchen sportlichen Großereignis als Stadt national bekannt zu werden. Auch was den Besuch von Gästen in der Stadt angehe, sehe er großes Potenzial fürs Gastgewerbe und Freizeitanbieter.

Der Andrang von Sportlern jedenfalls wird bereits im kommenden Jahr deutlich größer werden. Thevis und Raadschelders rechnen mit rund 1000 Starter, 150 mehr als 2017. Ab dem 1. Dezember können sich die Teilnehmer für den Start in Alsdorf anmelden. Nach dem Umstieg auf die Mitteldistanz, die das Windschattenfahren beim Radrennen untersagt, sollen 2019 noch einmal mehr Athleten an den Start gehen. Rund 1200 sollen es dann sein. Zudem gibt es die Überlegung, das Ereignis dann auf zwei Tage zu verteilen.

 

Powerman Alsdorf

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